Mit Mut, Tempo und etwas Pech

Mit Mut, Tempo und etwas Pech

Hennef-West bei den Stadtmeisterschaften

Auch in diesem Jahr ging es für die U17-Fußballer der Gesamtschule Hennef-West bei den Stadtmeisterschaften der Schulen um Punkte, Tore und das Weiterkommen. Gespielt wurde in einer Dreiergruppe gegen die Gesamtschule der Meiersheide und das Städtische Gymnasium Hennef.

Unsere Mannschaft zeigte dabei in beiden Spielen, dass sie nicht nur kämpfen, sondern auch ohne vorher gemeinsam trainiert zu haben richtig guten Fußball spielen kann. Am Ende entwickelte sich das Turnier allerdings zu einer denkbar knappen Angelegenheit: Alle drei Mannschaften beendeten die Gruppe mit jeweils drei Punkten. Damit musste das Torverhältnis entscheiden – und genau dort fehlten uns am Ende die entscheidenden Treffer.

Spiel 1: Gesamtschule Hennef-West – Gesamtschule Meiersheide 2:0

Reinkämpfen, dranbleiben, belohnen

 

Zum Auftakt gegen die Gesamtschule Meiersheide brauchte unsere Mannschaft zunächst einige Minuten, um richtig im Turnier anzukommen. Die Partie begann ausgeglichen, und nach einem Ballverlust in der Defensive musste Nelio früh in höchster Not retten, bevor ein gegnerischer Stürmer frei vor Noah S. hätte auftauchen können. Doch mit jeder Minute fanden wir besser ins Spiel.

Nach rund zehn Minuten kippte die Partie zunehmend in unsere Richtung. Osman setzte sich stark durch, wurde beim Versuch des entscheidenden Querpasses aber noch im letzten Moment gestoppt. Kurz darauf ließ Dylan gleich zwei Gegenspieler stehen und zwang den Torwart zu einer starken Parade. Bei der anschließenden Ecke kam Dylan selbst frei zum Kopfball, setzte diesen aber knapp über das Tor. Inzwischen war klar: Wir waren nicht mehr nur im Spiel – wir hatten das Kommando übernommen.

Die verdiente Führung fiel schließlich nach einer Szene, die sinnbildlich für den gesamten Auftritt stand. Osman behauptete sich erneut stark vor dem Tor, scheiterte aber zunächst am Keeper. Doch anstatt die Aktion abzuhaken, blieb die Mannschaft dran. Samuel war hellwach, schnappte sich den zweiten Ball, zog nach innen und platzierte das Spielgerät trocken rechts unten zum 1:0. Der Torwart war diesmal machtlos – und die Meiersheide inzwischen durchaus beeindruckt.

Kurz vor der Pause meldete sich der Gegner allerdings eindrucksvoll zurück. Nach einer Ecke knallte der Ball aus nächster Nähe an den Pfosten, sodass einige Vögel aus den Bäumen hinterm Tor aufgeschreckt in die Luft aufstiegen. Hekuran konnte den zurückprallenden Ball schließlich klären. Wenig später lief ein Meiersheider Angreifer sogar alleine auf unseren Torwart zu. Doch Noah S. streckte im entscheidenden Moment das Bein aus.

Direkt nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit folgte die Belohnung. Ensar gewann im Mittelfeld den Ball, behielt die Übersicht und schickte Dylan über links auf die Reise. Der Pass ließ ihn plötzlich völlig allein vor dem gegnerischen Torwart auftauchen. Dylans Abschluss konnte der Keeper zunächst abwehren – doch der Abpraller entwickelte aus unserer Sicht ein ausgesprochen erfreuliches Eigenleben und trudelte zum 2:0 über die Linie.

Das 2:0 setzte offenbar zusätzliche Kräfte frei. Plötzlich lief der Ball mit kurzen, schnellen Pässen durch das Mittelfeld, Meiersheide kam kaum dazwischen. Für ein paar Augenblicke hatte sich Tiki-Taka offenbar auf den Hennefer Sportplatz verirrt. Auch danach blieben wir gefährlich. Noah L. legte einmal schön auf Osman ab, Ensar tankte sich mit viel Willen durch die Defensive und Isaac startete später sogar noch einen Lauf über nahezu den gesamten Platz.

Ganz abgemeldet war Meiersheide allerdings noch nicht. Doch wenn die Gäste gefährlich wurden, war Noah S. zur Stelle. Einen direkt aufs Tor gezogenen Freistoß entschärfte er kurzerhand mit nur einer Hand. Man muss mit seinen Kräften schließlich haushalten – das Turnier war noch lang.

Dann war Schluss: 2:0 und ein verdienter Auftaktsieg. Besonders bemerkenswert war dabei eine Eigenschaft, die sich durch fast das gesamte Spiel zog: Ein verlorener oder abgewehrter Ball bedeutete für diese Mannschaft noch lange nicht das Ende eines Angriffs. Sie setzte nach, blieb hartnäckig – und belohnte sich genau damit.

 

Spiel 2: Gesamtschule Hennef-West – Städtisches Gymnasium Hennef 2:5

Chancen, Comebacks und ein Ergebnis, das zu deutlich ausfiel

 

Mit dem Sieg im Rücken ging es direkt nach einer nur kurzen Pause gegen das Städtische Gymnasium Hennef. Bledion sorgte früh für das erste Ausrufezeichen: schöne Ballannahme nach einem hohen Ball, Kopf hoch und anschließend ein Traumpass auf Adrian. Der stand plötzlich frei vor dem Tor und legte uneigennützig quer – nur leider hatte keiner seiner Mitspieler die Einladung rechtzeitig wahrgenommen.

Auf der anderen Seite zeigte sich schnell, wie gefährlich das Gymnasium im Umschaltspiel war. Mehrfach erwischte sie uns in Unterzahl. Bei einem Vier-gegen-zwei-Konter kam das Gymnasium gefährlich zum Abschluss. Doch Nelio bekam in letzter Sekunde noch einen Fuß dazwischen und fälschte den Schuss ab.

Dann folgte einer der schönsten Angriffe des gesamten Turniers über fünf Stationen. Isaac eröffnete von hinten auf Noah L., über mehrere schnelle Kontakte kam der Ball zu Adrian, der Osman auf die Reise schickte. Osman ließ seinen Gegenspieler mit einem feinen Trick stehen und legte quer auf Dylan. Abschluss – Außennetz! Das Netz wackelte, die ersten Jubelrufe waren schon zu hören. Die Freude hielt exakt so lange, bis jemand bemerkte, auf welcher Seite des Netzes der Ball lag.

Nun erhöhten wir den Druck. Samuel kam mehrfach zum Abschluss, wobei ein eigentlich guter Torschuss ausgerechnet von Osmans Rücken pariert wurde. Nach einer Ecke standen gleich drei unserer Spieler umsonst am zweiten Pfosten frei, wenig später setzte Isaac den nächsten Versuch daneben. Das 1:0 schien eigentlich nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Und dann zeigte der Fußball seine gelegentlich etwas eigenwillige Vorstellung von Gerechtigkeit. Mitten in die stärkste Phase der Gesamtschule traf das Gymnasium mit einem schönen Fernschuss aus rund 25 Metern zum 0:1. Davon ermutigt folgte kurz darauf der nächste Distanzschuss, diesmal auch noch abgefälscht – 0:2.

Doch die Antwort kam sofort – und Osman lieferte dabei eine Kostprobe seiner beeindruckenden Durchsetzungskraft. Im Zweikampf auf der rechten Seite behauptete er nicht nur den Ball, sondern drängte seinen Gegenspieler mit vollem, aber fairem Körpereinsatz derart energisch zur Seite, dass dieser gleich noch mit seinem eigenen Mitspieler auf Tuchfühlung ging. Zwei Gegenspieler waren damit in einer einzigen Bewegung aus dem Spiel genommen. Osman zog weiter in den Strafraum, nahm den linken Fuß und setzte den Ball präzise unten links ins Eck. 1:2 – wir waren wieder da.

Unmittelbar vor der Pause hätte sogar der Ausgleich fallen müssen: Nach einer Ecke kam Isaac aus kürzester Entfernung frei zum Kopfball, doch der Torwart des Gymnasiums reagierte glänzend.

Nach der Pause erwischte allerdings das Gymnasium den besseren Start und erhöhte nach einem Ballverlust im Zentrum auf 1:3. Wieder aber weigerte sich die Mannschaft, die Partie abzuschreiben. Luka behauptete sich stark gegen zwei Gegenspieler, verschaffte sich den nötigen Raum und zog aus der Distanz einfach ab. Der Ball flog sehenswert ins Tor – 2:3! Ein Treffer, der uns nicht nur wieder heranbrachte, sondern auch eindrucksvoll zeigte: Manchmal braucht es keinen komplizierten Spielzug – sondern einfach Mut zum Torabschluss.

Jetzt wurde es taktisch zunehmend offensiver. Samuel rückte weiter nach vorne, später wurde eine Sechserposition aufgelöst, Ensar rückte in die Innenverteidigung und schließlich stellte die Mannschaft sogar auf eine Dreierkette um. Die Botschaft war eindeutig: lieber noch einmal alles versuchen, als das Ergebnis nur zu verwalten.

Ausgerechnet unmittelbar nach dem 2:3 schlug das Gymnasium jedoch erneut zu und stellte auf 2:4. Trotzdem gab sich die Mannschaft nicht auf. Luka hatte nach starker Vorarbeit von Adrian noch eine große Gelegenheit, schloss aber etwas zu früh und zu zentral ab. Das Pressing wurde weiter erhöht, Isaac führte einen Freistoß blitzschnell aus und die Gesamtschule warf in der Schlussphase praktisch alles nach vorne.

Ein direkt verwandelter Freistoß des Gymnasiums sorgte schließlich für den 2:5-Endstand. Das Ergebnis fiel damit deutlicher aus, als es weite Teile der Partie vermuten ließen. Denn wir hatten zahlreiche Chancen, spielte einige hervorragende Angriffe heraus und kam nach Rückschlägen gleich mehrfach zurück.

Drei Mannschaften, drei Punkte – und am Ende entscheidet das Torverhältnis

Am Ende entschieden bei den Stadtmeisterschaften schließlich nicht nur Tore, sondern auch Mathematik: Alle drei Mannschaften hatten jeweils drei Punkte gesammelt. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses belegte die Gesamtschule Hennef-West den dritten Platz und schied aus.

Was blieb, war dennoch ein Auftritt mit viel Einsatz, Mut und einigen richtig sehenswerten Fußballmomenten – und die Erkenntnis, dass bei einem Turnier mit drei punktgleichen Mannschaften manchmal eben nicht nur die Füße, sondern am Ende auch der Taschenrechner über die Platzierung entscheidet.

KAMA